Nachhaltigkeit bei FORMANI: 70 % recycelter Edelstahl und was das für Ihre Türgriffe bedeutet
Türgriffe fassen wir täglich dutzende Male an — und verschwenden keinen Gedanken daran, woraus sie bestehen oder wie sie hergestellt wurden. Dabei steckt gerade in hochwertigen Beschlägen mehr Umweltrelevanz, als man vermuten würde. FORMANI, der niederländische Hersteller hinter Kollektionen wie ONE by Piet Boon oder ELEEZ by Zaha Hadid Design, hat Nachhaltigkeit fest in seine Produktion integriert — mit konkreten Zahlen statt vager Versprechen.
70 % recycelter Edelstahl: Was heißt das konkret?
Mindestens 70 % des Edelstahls, den FORMANI für seine Produkte verwendet, stammt aus hochwertigem Industrieschrott — sogenanntem Pre-Consumer-Recyclingmaterial. Die restlichen 30 % sind Neumaterial, das für die mechanischen Eigenschaften und die Langlebigkeit der Legierung notwendig ist. Das ist kein Marketing-Trick: Edelstahl eignet sich hervorragend für Recycling, weil er seine Materialeigenschaften beim Einschmelzen nicht verliert.
Zum Vergleich: Viele Hersteller im Beschlagbereich machen keinerlei Angaben zur Herkunft ihres Materials. FORMANI legt sich auf eine konkrete Quote fest — und das für die gesamte Produktpalette, von Türgriffen über Stoßgriffe bis hin zu Fensterbeschlägen.
Messing: 100 % Recyclingmaterial
Bei Produkten aus Messing geht FORMANI noch einen Schritt weiter: Hier besteht das Ausgangsmaterial zu 100 % aus recyceltem Messing. Auch am Lebensende bleiben diese Produkte vollständig recycelbar. Wer sich für die Unterschiede zwischen Edelstahl, Messing und Bronze interessiert, findet in unserem Materialratgeber eine ausführliche Einordnung.
PVD statt Galvanik: Oberflächenveredelung ohne Gift
Die Oberfläche eines Türgriffs entscheidet über Optik und Haltbarkeit — aber auch über die Umweltbilanz. Klassische galvanische Beschichtungen (etwa Verchromung) arbeiten mit Säurebädern und erzeugen problematische Abwässer. FORMANI setzt stattdessen auf zwei Verfahren:
- PVD-Beschichtung (Physical Vapor Deposition): Ein Vakuumverfahren, das hauchdünne Schichten aufträgt — ohne Schadstoffe, ohne gefährliche Abfälle. Gleichzeitig erhöht PVD die Kratz- und Korrosionsbeständigkeit erheblich. Mehr dazu in unserem ausführlichen PVD-Ratgeber.
- Pulverbeschichtung: Ein elektrostatisches Verfahren mit trockenem Pulver, das unter Hitze aushärtet. Kein Lösungsmittel, minimale VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen).
Beide Verfahren sind Low-VOC — sie setzen also deutlich weniger schädliche Verbindungen frei als herkömmliche Nassverfahren. Das ist besonders relevant bei schwarzen Türgriffen, die häufig in PVD-Schwarz ausgeführt werden.
Feinguss: Präzision statt Verschnitt
FORMANI produziert viele seiner Beschläge im Feingussverfahren (Investment Casting). Dabei wird flüssiger Edelstahl in eine präzise Wachsform gegossen. Der Vorteil gegenüber spanender Bearbeitung: Es entsteht kaum Materialverschnitt. Was an Restmaterial anfällt, wird im Produktionsprozess wieder eingespeist. Dieses „Smart Use of Materials"-Prinzip zieht sich durch die gesamte Fertigung.
Langlebigkeit als unterschätzte Nachhaltigkeitsstrategie
Der nachhaltigste Türgriff ist der, den Sie nicht ersetzen müssen. Billige Beschläge aus Zinkdruckguss oder Aluminium lockern sich nach wenigen Jahren, korrodieren oder brechen. Ein FORMANI-Beschlag aus massivem Edelstahl hält bei normaler Nutzung Jahrzehnte — manche würden sagen: ein Hausleben lang.
98 % aller FORMANI-Produkte sind am Ende ihrer Lebensdauer recycelbar. In der Praxis heißt das: Wenn Sie bei einer Renovierung in 30 Jahren den Griff tauschen, landet das Material nicht auf der Deponie, sondern wird wieder zu hochwertigem Edelstahl.
Das macht Beschläge wie den DR100-G oder den LSQ1055 nicht nur zu einer gestalterischen, sondern auch zu einer ökologisch sinnvollen Investition.
Ehrliche Einordnung: Kein perfektes System
Ist FORMANI damit ein CO₂-neutraler Hersteller? Nein — und das behauptet auch niemand. Edelstahlproduktion ist energieintensiv, der Transport von den Niederlanden zum Einbauort erzeugt Emissionen, und auch Vakuumverfahren wie PVD brauchen Strom. Aber: FORMANI dokumentiert seine Maßnahmen transparent und verbessert sie kontinuierlich. Das ist mehr, als die meisten Wettbewerber bieten.
Wie viel recycelten Edelstahl verwendet FORMANI?
Mindestens 70 % des eingesetzten Edelstahls stammt aus hochwertigem Industrieschrott (Pre-Consumer-Recycling). Die restlichen 30 % sind Neumaterial, das für die Materialqualität notwendig ist.
Was macht PVD-Beschichtung umweltfreundlicher als Galvanik?
PVD arbeitet im Vakuum ohne chemische Bäder. Es entstehen keine giftigen Abwässer oder Schwermetallrückstände. Gleichzeitig ist die Beschichtung härter und langlebiger als galvanische Alternativen.
Sind FORMANI-Beschläge am Lebensende recycelbar?
Ja — 98 % der Produkte können am Ende ihrer Nutzungsdauer recycelt werden. Edelstahl verliert beim Einschmelzen keine Qualität und kann beliebig oft wiederverwendet werden.
Lohnt sich der höhere Preis aus Nachhaltigkeitssicht?
Ein langlebiger Beschlag, der 30+ Jahre hält und danach recycelt wird, verursacht über seine Lebensdauer weniger Abfall und Ressourcenverbrauch als drei günstige Beschläge, die jeweils nach zehn Jahren ausgetauscht werden.